Das Kultobjekt der Damenmode: Leggings

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Sie ist eines der absoluten Lieblingsstücke der modebewussten Frau, sie hat eine lange Geschichte hinter sich und ist nach ihrem bahnbrechenden Comeback vor ein paar Jahren heute grösser im Geschäft denn je: die Leggings. Was verbirgt sich hinter den sexy Teilen? – Wo liegen ihre Wurzeln, was macht ihren Reiz aus und warum sind sie so erfolgreich? Wir sind der Sache mit den Leggings auf den Grund gegangen.

Fragt man die Leute, woher Leggings kommen, antworten die meisten mit den 80er Jahren. Sie haben dabei Bilder von amerikanischen Strandpromenaden in Venice Beach oder Miami vor Augen, an denen hippe Frauen mit Strubbelfrisuren sexy Gymnastikübungen bei Sonnenaufgang machten. Und tatsächlich, ihre erste modische Hochphase hatten die Leggings vor gut 30 Jahren, wo sie neben dem Sport auch verstärkt im normalen Alltag getragen wurden. Doch ihre Vorgeschichte reicht noch weiter in die Vergangenheit zurück. Viel weiter als man zunächst glauben mag.

Einige Kenner verorten die ersten Leggings bereits in der Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts, wo erste hautenge Hosen aus elastisch gemachtem Ziegenleder in Spanien aufkamen. Andere sehen bereits in den engen Lederhosen der amerikanischen Ureinwohner die Vorläufer der heute bekannten Leggings. Auch wenn diese altertümlichen Stücke in ihrer groben Form mit den heutigen Leggings Gemeinsamkeiten aufweisen, kann man sie jedoch keineswegs mit aktuellen Modellen gleichsetzen, zumal die „Urzeit-Leggings“ noch zusätzlich mit einem Gürtel befestigt werden mussten und somit eher der traditionellen Hose ähnelten. Zudem wurden diese Stücke noch ausnahmslos aus Leder gefertigt und boten daher keineswegs die heute so geliebte Bewegungsfreiheit. Gleichwohl dienten diese Lederhosen einem praktischen Zweck, nämlich durch ihre höhere Dicke in der Wildnis vor Stacheln zu schützen. Aus diesem Grund trugen auch die späteren Cowboys Leggings-ähnliche Lederhose über ihren Jeans und nannten diese „Chaps“.

In den 80er Jahren feierte die Leggings, so wie wir sie heute kennen, ihren Einstand in der Freizeit- und Sportmode. Die meist auf Nylon basierenden Stücke waren nun viel dünner, konnten Schweiß absorbieren und ihn vom Körper weg nach außen transportieren, weshalb sie im Zuge der Aerobic-Weller zum absoluten Renner wurden. Die Popularität stieg so rasant an, dass die Leggings schon sehr bald als Alltagskleidungsstück akzeptiert und geliebt wurden. Hauptgrund dafür war wohl, dass kein anderes Kleidungsstück eine gute Figur so schön betonte, wie sie. Ein praller Hintern, lange Beine – all das wurde perfekt in Szene gesetzt ohne zu viel zu offenbaren. Schrille Farben oder Pastelltöne in glänzend oder matt sorgten für die nötige Auflockerung und den zusätzlichen Hinguck-Faktor.

Mit diesen Eigenschaften hatte die Leggings die perfekten Voraussetzungen, um Teil des 80s-Modecomebacks der letzten Jahre zu werden. Doch anstatt die 80s-Leggings eins zu eins in die heutige Zeit zu transportieren fügten Designer noch die ein oder andere modische Nuance hinzu. Neben den altbekannten (und nach wie vor sehr beliebten) einfarbigen Modelle, sind heute vor allem auch Rainbow-Leggings und Print- und Musterleggings oder Leggings mit verrückten Farbverläufen absolute modische Highlights. Auch diverse Glanzeffekte in Gold oder Silber und Leder-Imitate stehen heute auf der Must-Have-Liste ganz weit oben. Die Beliebtheit der häufig auch als „Tights“ bezeichneten Stücke ist mittlerweile so groß, dass die Teile plötzlich sogar geschlechterübergreifend interessant geworden sind. Unlängst posteten modebegeisterte Boys auf ihren Tumblr-Modeblogs Fotos von sich in Leggings und machten klar, dass es offensichtlich keine Grenzen und Regeln mehr gibt, wer sich mit Leggings schmücken darf und wer nicht. Dass es sich hierbei um eine grenzwertige Angelegenheit handelt, ist klar. – Andererseits gehört es gerade in der Modewelt dazu, Grenzen auszuloten und Dämme zu brechen. Ansonsten ist es natürlich wie so oft: Alles kann, nichts muss. Und überhaupt bleibt die männliche Leggings-Zielgruppe offenbar vorerst überschaubar. So groß ist der Mut (oder der Wille) bei den meisten Männern dann doch nicht, in die hautengen Dinger zu schlüpfen.


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