Category Archives: Geschichte der Jeans

Die Geschichte der Jeans: Teil 4

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1981 wurden die ersten Denims mit Stonewash-Optik produziert. Um den unverwechselbaren Look zu erzeugen, arbeiteten die Hersteller mit Bimsstein und Enzymen. Heute geht kaum noch eine Jeans über den Ladentisch, die auf den Stonewash-Effekt oder zumindest einige Used-Applikationen verzichtet. Über die Jahre hinweg etablierten sich zudem zahlreiche Marken, welche die Jeans und andere Denim-Produkte in den Mittelpunkt ihres Sortiments stellten: Diesel, G-Star, Pepe Jeans, Miss Sixty und viele mehr. Natürlich ging der Aufstieg der Jeans auch an den Designermarken nicht spurlos vorüber, sodass auch sie damit begannen, hochpreisige Denims herzustellen. So machten die Jeans ihren Weg von der Arbeitsstätte über die Straße bis auf die Laufstege der Welt.

Gegen Ende der 90er Jahre litt die Jeans-Industrie jedoch unter ihrer ersten großen Krise. Obwohl das Produkt „Jeans“ noch immer sehr erfolgreich war, wurden die traditionellen Marken wie Levis oder Mustang zunehmend von anderen Marken verdrängt, welche die in dieser Zeit beliebten Baggy-Jeans produzierten. Während Marken wie Rocawear, Southpole oder Sir Benny Miles reißende Absätze vorweisen konnten, rutschte Mustang teilweise so stark ab, dass selbst das Stammwerk in Künzelsau geschlossen werden musste. Bei Levis reagierte man auf die Entwicklung, indem man selber damit begann, baggyartig-angehauchte Jeans zu produzieren und konnte mit der 559 ein ansprechendes Modell etablieren.

In den letzten Jahren haben sich die Probleme des Denim-Marktes wieder etwas relativiert. Der Hersteller haben sich der Entwicklung angepasst, die Baggy ist out und Levis hat als Traditionsmarke wieder neue Anhänger gefunden. Obwohl sich neue Trends in regelmäßigen Abständen die Klinke in die Handgeben – von Schlaghose über Röhre bis Boyfriend-Look – ist Denim als Material nach wie vor sehr beliebt. Während in den 80er Jahren vor allem die weiße Jeans einen zweifelhaften Ruf genoss, werden Jeans im Jahr 2012 in sämtlichen Farben des Regenbogens getragen und geliebt. Die großen Labels haben dies erkannt und passen ihr Sortiment entsprechend an.

Man sieht also, dass es auch bei der zeitlosen Jeans nicht ohne Höhen und Tiefen funktioniert hat. Und auch wenn sich Mode ständig verändert, so scheint die Denim als „Urtypus“ weiterhin Bestand zu haben. Sie ist und bleibt eben ein unkaputtbares Kleidungsstück – und zwar auf mehreren Ebenen.

Die Jeans-Story: wie ein Kleidungsstück die Welt übernahm – Teil 3

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Obwohl die Jeans ein vergleichsweise junges Kleidungsstück ist, ist sie in der Modewelt so präsent wie sonst kaum ein anderes Teil. Während andere Hosentypen kommen und gehen, erst in und dann plötzlich wieder out sind, hat sich die Jeans als zeitloser Dauerbrenner erwiesen. Sie überlebt alle Trends und ist heute ebenso angesagt wie vor 50 Jahren. In unserem zweiten Teil wollen wir uns die jüngere Geschichte unserer geliebten Denim näher anschauen und sehen, wie sich die vielen Varianten der Hose entwickeln konnten.

Mit der L. Hermann Kleiderfabrik im schwäbischen Künzelsau begann sich auch in Deutschland allmählich ein eigener Jeans-Markt zu entwickeln. Das Unternehmen wurde durch Luise Hermann bereits 1932 gegründet, stieg aber erst nach dem Krieg auf Denim-Produktion um. Einige Jahre später benannte sich die Firma schließlich – inspiriert vom US-amerikanischen Cowboy-Lifestyle – in „Mustang“ um. Mustang produzierte nicht nur die erste Jeans für Frauen (siehe Teil 1), sondern setzte 1955 und 1961 weitere Meilensteine mit der Produktion der ersten Cordhosen und Stretch-Jeans.

Mustang wurde damit innerhalb weniger Jahre nicht nur zur größten deutschen Modemarke im Denim-Sektor, sondern genoss auch weltweit eine hohe Anerkennung. In die Erfolgs-Sphären von Levis stieß das Label jedoch nicht hervor. Immerhin erhielt die Marke einen weiteren Schub, als sie 1972 die deutschen Olympia-Sportler mit ihren Produkten ausstattete. Auch was Innovationen anging, waren die Schwaben weiterhin für Überraschungen gut: Die ersten Jeans mit Bügelfalte war eine kleine Revolution auf dem Modesektor und diente als Vorbild für viele andere Marken, die den Trend eifrig kopierten.

Morgen geht es weiter, in unserem Jeans-Special.

Die Jeans-Geschichte: Teil 2

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Das Hauptprodukt seines Unternehmens, die Jeans, wurde in kürzester Zeit so beliebt, dass sie schon bald nicht mehr nur im Goldgräber-Business ein echter Renner war, sondern auch von Farmern und Cowboys getragen wurde. Während der Goldrausch, in dessen Zuge das Kleidungsstück konzipiert wurde, langsam zu Ende ging, stieg die Popularität der Jeans weiter an. Der Name „Blue Jeans“ bürgerte sich schließlich um 1920 ein und war angelehnt an die typische blaue Indigo-Färbung des Denim-Stoffes.

Im Zuge des zweiten Weltkrieges wurde die Jeanshose schließlich auch in Europa bekannt. Zahlreiche hier stationierte US-Soldaten faszinierten die hier lebenden Jugendlichen mit ihren blauen „Nietenhosen“. Filmstars wie James Dean trugen in ihren Filmen Denims und steigerten so ihren Bekanntheitsgrad um ein weiteres. Während die ältere, konservative Generation mit der neuen Mode nichts anfangen konnte, wurde sie umso interessanter für die Jugend, die in der Blue Jeans schnell ein Symbol für Auflehnung und Protest sahen. Als ebensolches wurde die Jeans schließlich auch von der breiten Masse verstanden. Vor allem im Sozialismus der DDR war die Jeans als Produkt des Westens nicht willkommen und zeitweise sogar verboten. In der BRD hingegen wurde im Vorläuferkonzern der heutigen Marke „Mustang“ die erste Denim-Jeans aus Deutschland produziert. Hier wurden 1953 auch die ersten Jeans für Frauen unter dem Namen „Girls-Camping-Hose“ hergestellt. Sie trugen ihren Reißverschluss jedoch nicht wie die Männer-Version nicht vorne, sondern an der Seite.

Damit ist die Erfolgsgeschichte der Jeans selbstverständlich noch nicht zu Ende gewesen. Wie sich zahlreiche weitere neue Arten der Jeans entwickelten, wie sie weiter die Welt eroberten und zum Sinnbild von Subkulturen, Popkulturen und Jugendkulturen überhaupt wurden, das erklären wir im zweiten Teil der Geschichte der Denim Jeans.

Die Geschichte der Denim-Jeans: wie ein Kleidungsstück die Welt übernahm – Teil 1

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Die Jeanshose als eines der beliebtesten Kleidungsstücke der Welt halt eine lange Geschichte hinter sich. Zwischen ihrer Erfindung vor über 160 Jahren und heute, wo sich in den Kleiderschränken rund um den Globus unzählige Jeans finden, hat sie eine beeindruckende Entwicklung hingelegt. Dies ist die Geschichte der Jeans, einem modischen Dauerbrenner, der zeitlos ist, kompromisslos ist und der auf In- und Out-Listen spuckt.

Obwohl die Jeans in ihrer heute bekannten Form aus dem Jahr 1853 stammt, beginnt ihre Vorgeschichte eigentlich schon viel früher. Bereits um das Jahr 1600 wurde der heute als „Denim“ bezeichnete Jeans-Stoff in dem südfranzösischen Städtchen Nîmes entwickelt. Die Bezeichnung „Stoff aus Nîmes“ (Serge de Nîmes) wurde schließlich zu Denim verkürzt. Andere Quellen berichten, dass das Gewebe ursprünglich aus Baumwolle aus dem italienischen Genua gewonnen wurde. Aus der französischen Bezeichnung der Stadt, „Gênes“ wurde schließlich das englische Wort „Jeans“.

Der Vater der Jeans wie wir sie heute kennen ist Levi Strauss. Der Deutsche wanderte 1847 in die USA aus und ließ sich in San Francisco nieder. Wie so viele andere profitierte er vom Goldrausch, der Mitte des 19. Jahrhunderts in der Gegend herrschte. Jedoch betätigte er sich nicht selbst als Goldgräber, ihm ging es eher darum, die passende Arbeitskleidung für diesen Job zu produzieren. Ihm schwebte eine robuste, schützende Arbeitshose vor, die der täglichen Belastung durch Arbeit in Dreck und Geröll gewachsen sein sollte. Er entwickelte seine Hosen zunächst aus Hanffaser-Segeltuch. Die Idee zur Verstärkung der Taschen mit Nieten, ein wesentliches Merkmal der Jeans, kam jedoch nicht von Strauss, sondern von dem Schneider Jacob Davis. Weil Davis sich nicht das Patent für seine Idee leisten konnte, kooperierte er mit Strauss, welcher fast zeitgleich von Hanffaser auf die neuartigen blauen „Genes“-Stoff umstieg. So wurde die erste Denim Jeans mit sechs Nieten und dem charakteristischen orangefarbenen Nähgarn 1872 fertiggestellt. Kleine Randnotiz: Seine eigene Firma „Levi Strauss & Co.“ hatte Strauss bereits 1853 gegründet – sie wurde einige Jahre später zu einem der größten Modekonzerne der Welt.

Morgen erfahrt ihr mehr.

Jeans in der Hip Hop-Kultur: der Wandel

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Nicht ganz unbeteiligt an dieser Weiterentwicklung war dabei auch das Aufkommen frischer und junger Rap- und HipHop-Talente wie Lil Wayne, Kanye West, T.I. oder Pharrell. Sie präsentierten sich nicht mehr in der bekannten HipHop-Uniform, sondern arbeiteten mit diversen Einflüssen großer Luxusdesigner wie Louis Vuitton und kombinierten sie mit Anleihen aus der Skater- oder gar Punkmode. Auch an der Baggyjeans ging diese Entwicklung nicht spurlos vorüber. Die Kleiderschränke wurden in dieser Zeit weitestgehend frei geräumt und die alten Marken ersetzt durch etwas zu groß gekaufte Evisu- oder Levisjeans.

Parallel entwickelte sich in Rap-Deutschland ein relativ lang andauernder Hype um Karottenjeans von Marken wie Picaldi. Der Stil wurde vor allem um 2004, 2005 von Rappern wie Bushido geprägt, entwickelte sich parallel zum „Übergrößen-Trend“ und wurde oft und über lange Zeit kopiert, bevor er nach vier, fünf Jahren wieder in der Versenkung verschwand.

Doch die Kids auf den Straßen in den USA brachten aus ihren eigenen Reihen schon längt neue Stilikonen wie Lupe Fiasco, The Cool Kids oder zuletzt das Künstlerkollektiv Odd Future hervor. Diese – man muss schon sagen – schockierten das HipHop-Publikum mit Röhrenjeans, engen Lederjacken und einem Look, der im Allgemeinen nicht mehr viel mit dem Baggystil der 90er-Jahre zu tun hatte. Nicht wenige Vertreter der alten Garde äußerten öffentlich Bedenken, ob denn dieser Stil überhaupt noch HipHop ist. Auch in Deutschland lösten zuletzt Künstler wie Cro oder Casper mit ihrem neuartigen Look Kontroversen darüber aus, ob man „so was denn als HipHopper überhaupt darf“. Es ist dabei erstaunlich, wie engstirnig die eigentlich als so offen geltende Jugendkultur sein kann, wenn sie den eigenen Kinderschuhen entwächst (HipHop als Subkultur existiert immerhin bereits seit fast 40 Jahren).

Vielleicht kann man die Kritiker des aktuellen Looks damit trösten, dass mit Sicherheit auch die klassische Baggy irgendwann zurückkommen wird. Denn wenn es in der Modewelt so etwas wie eine feste Regel gibt, dann die dass sich jeder Trend irgendwann wiederholt, auch wenn es seine Zeit dauert.

Die Jeans in der HipHop-Kultur – ein geschichtlicher Abriss

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Subkulturen und Jugendbewegungen kennzeichnen sich oft durch eigene Mode. Während sich die Metal- oder Gothikszene gerne in Schwarz zeigt, die Raver der 90er ihre Plateau-Schuhe und Fellstiefel liebten, dachte man bei HipHoppern unweigerlich an große T-Shirts, Kapuzenpullover und natürlich die obligatorischen Baggy Jeans. In der Gesellschaft hat sich damit ein stereotypisches Bild des Durchschnitts-HipHoppers etabliert. Aber stimmt dieses Bild überhaupt noch mit der Realität überein? Wie hat sich die Jeans-Mode im Laufe der Jahre in dieser Jugendkultur verändert? Und was war eigentlich vor dem Baggytrend? Ein Einblick.

Viele Außenstehende (und auch Möchtegern-Insider) erliegen dem Irrglauben, dass die Baggy-Jeans gemeinsam mit der HipHop Kultur in den 70ern geboren wurde. Tatsächlich aber trugen die afroamerikanischen Jugendlichen der US-amerikanischen Ghettos bis weit in die 80er Jahre hinein gar keine Baggy Jeans. Dies änderte sich schließlich zum Ende des Jahrzehnts bzw. Anfang der 90er, als sich die Ghetto-Kids mit ihren Freunden und Brüdern, die im Knast saßen zu solidarisieren versuchten. Der Legende nach soll die klassisch-tiefsitzende Baggy nämlich dadurch entstanden sein, dass den Häftlingen im Gefängnis immer zuerst die Gürtel aus den Hosen genommen wurden, damit sie sich mit diesen nicht in ihrer Zelle erhängen konnten. Folglich trug man die Hose ein ganzes Stück weiter unten. Um daran zu erinnern begannen also auch die Jugendlichen außerhalb des Baus damit, ihre Hosen unterhalb des Hinterns zu tragen oder bewusst größere Modelle zu tragen. Einige findige Menschen der Modeindustrie entwickelten dann – teils mit Unterstützung einiger Designer, die selbst aus den Vierteln von New York oder Los Angeles stammten – eine Hose, die mit Absicht so geschnitten war, dass man sie mindestens auf der Hüfte trug und sehr weit ausfiel. Damit war die Baggy-Jeans geboren.

In den 90ern kamen dann einige Marken auf, die mit den Hosen und weiteren mit der HipHop-Welt assoziierten Kleidungsstücken (Trainingsanzüge, Hoodies, Baseballcaps, Sneakers usw.) eine Milliardenindustrie aus dem Boden stampften. Heute erinnert man sich an Namen wie South Pole, Karl Kani, Phat Farm, Sir Benny Miles oder Rocawear. Hinzu kamen unzählige weitere Marken diverser Rapkünstler wie Master P, Puff Daddy und 50 Cent. Die Stücke ihrer Kollektionen, mit denen vor allem ab 1999, 2000 der Markt mit grellbunter Kleidung geflutet wurde, sahen teilweise aus, als sein sie zu groß geschnittene CSD-Kostümierungen gewesen.

Fans, Rapper und Angehörige der HipHop-Kultur machten den Trend ab dann noch rund sieben bis zehn Jahre mit, bis der Markt schließlich gesättigt war. Künstler und Fans waren gleichermaßen ermüdet vom qietschbunten und übergroßen Bonbon-Style, sie vergingen noch ein bis zwei Kapitalverbrechen, indem sie bspw. zwischenzeitlich Ed Hardy-Kleidung trugen, und schlugen dann eine neue Richtung ein.

Wer an dieser Entwicklung beteiligt war und wie sich der Trend wandeln konnte, erfahrt ihr morgen.

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