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Grüße von der Bauernhof-Kommune: Das Phänomen Cordhose

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Was zur Hölle ist eigentlich aus Cordhosen geworden? Erzählungen älterer, weiser Menschen berichten von Zeiten, in denen die Hosen aus diesem seltsamen Stoff tatsächlich so etwas wie… „angesagt“ waren. Heute – das muss man leider sagen – kennt man Cordhosen meist nur noch als Teil der Uniform alternder Hippes mit zotteligen Haaren und wenig Augenmerk auf Style. Alles nur ein Vorurteil? Fakt ist jedenfalls: Weder auf den Straßen der Innenstädte und den einschlägigen Trend-Bezirken, noch auf den Laufstegen großer Designer sind die Hosen derzeit ein Thema – und das trotz einiger Comeback-Versuche und erzwungener Hype-Pushes durch diverse Modemagazine. Das soll jedoch nicht heißen, dass die Cordhose ein uninteressantes Modestück wäre, ganz im Gegenteil. Um zu verstehen, dass in ihr eine echte Alternative zur altbekannten Jeans schlummert, muss man sich vergegenwärtigen, was sie für modische Möglichkeiten bietet und wo ihre Wurzeln liegen. Erst dann kann man begreifen, dass hinter den Teilen tatsächlich mehr steckt, als ein vorsintflutartiger Style, der mit den heutigen Gepflogenheiten nicht zu vereinen ist.

Wann genau waren Cordhosen eigentlich zuletzt cool?

Vor 20 Jahren oder doch eher vor 30? Ganz klar: Der Trend ist nicht der Cordhoses bester Freund, und zwar schon seit einer ganzen Weile nicht. Dabei steht sie, was Tradition und Herkunft angeht, der ultrabeliebten Jeans in nichts nach. Auch die Cordhose  wurde als Arbeiterhose entwickelt. Bis heute gehört sie zur festen Uniform diverser Handwerkerberufe. Wer etwa an die Zunft-Tracht von Zimmermännern denkt, hat sofort deren typische Cord-Uniform vor Augen. Geschätzt wurde sie damals wie heute für ihre Robustheit und Standhaftigkeit bei schwerer Arbeit. Wo die Bezeichnung „Cord“ herkommt, ist bis heute nicht genau geklärt, es wird jedoch vermutet, dass sie aus dem Französischen stammt: „Cord du roy“ bedeutet so viel wie „König des Stoffs“. Denkbar ist aber auch, dass für die Art des Stoffes einfach der englische Begriff Cord („Schnur“) übernommen wurde. Die ebenfalls gebräuchliche Bezeichnung „Manchester“ gibt bereits einen Hinweis auf die Herkunft des Cord-Stoffes. Noch lange, bevor Levi Strauss die erste Denim herstellte, genauer im 18. Jahrhundert, wurden im britischen Manchester nämlich die ersten Cordhosen hergestellt.

Cordhosen konnten günstig produziert werden und hatten perfekte Voraussetzungen für Alltag und Arbeit – kein Wunder, dass sie schnell ein absoluter Verkaufsrenner waren. Der große Erfolg der Cordhosen war vor allem darin begründet, dass sie ein Qualitätsprodukt war, dass sich jede Gesellschaftsschicht leisten konnte und welches für demensprechend viele Zwecke genutzt wurde. Häufig bestanden Schuluniformen aus Cord, die Hosen wurden aber auch von Wanderern und den erwähnten Arbeiterzünften getragen.

Doch es sollte bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts dauern, bis es schließlich seitens der jugendlichen, modeaffinen Menschen den ersten richtigen Run auf die Hosen aus dem seltsam auffälligen Stoff gab. Die Kombination aus Schlaghosen aus Cord und auffällig großen Boots war DIE Ausgehuniform der Disco-Ära und wurde zum Markenzeichen für die feierwütige Jugend dieses Jahrzehnts. Nicht zuletzt fanden die unverwechselbaren Stücke auch großen Anklang innerhalb der allgegenwärtigen Hippiebewegung. Damit hatte sich die Cordhose als stylisches Kleidungsstück zwar gesellschaftlich etabliert, schlitterte in den folgenden Jahren aber trotzdem mehr und mehr in die modische Irrelevanz.

Heute, in Zeiten, wo eigentlich sowieso aller erlaubt ist und man prinzipiell alles tragen kann, sofern es a) gut kombiniert wird oder b) zumindest eine Spur eigenen Stils vermittelt, hat die Cordhose zwar immer noch keinen festen Platz gefunden, taucht aber vereinzelt immer wieder auf. Und zwar auch abseits von Öko-Menschen und Bauernhof-Kommunen. Vor etwa zwei Jahren kamen parallel zu den bunten Skinny-Jeans auch ähnlich geschnittene Cordhosen wieder auf: Bunt, schrill und sehr schmal geschnitten. Die weiten Sackhosen von „damals“ sind  jedoch nach wie vor passé – wahrscheinlich waren sie auch nie etwas anderes. Wer aber ein gewisses Gespür für gute Outfits in sich trägt und gerade darauf pocht eben nicht nur das zu tragen, was der Trend vorgibt, der kann tatsächlich versuchen, ein Outfit rund um eine schmal geschnittene Cordhose zusammenzustellen. Denn eines ist sicher: Man fällt damit definitiv aus der Reihe. Und bis der nächste richtige Hype um Cord entsteht, wird wohl noch das ein oder andere Jahr ins Land ziehen. Die Stunde der Individualisten hat also geschlagen – Freiwillige vor!

Vom Arbeiter-Label zur Style-Institution: die Geschichte von Carhartt

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Die Geschichte des Denim-Labels Carhartt ist eine Geschichte voller Missverständnisse – gleichzeitig ist sie gekrönt von unglaublichen Erfolgen. Erfolge, wie es sie selten gibt, im nahezu unüberschaubaren Jeans-Markt. Nach bald 125 Jahren Label-Geschichte wird es für uns Zeit, diese Marke genauer zu ergründen. Diese Marke, die wir so lieben und von der jeder modeaffine Mensch zumindest ein Kleidungsstück besitzen sollte. Wir reden hier nicht von einem popeligen kleinen Label, das mal für ein, zwei Jahre einen kleinen Hype hatte, sondern seit mehreren Jahrzehnten eine absolute Style-Institution ist – Big Business also.

Beginnen wir mit ein paar Hard-Facts: Das Unternehmen Carhartt Inc. wurde 1889 durch den Amerikaner Hamilton Carhartt  im texanischen Killeen gegründet – und zwar keineswegs als Lifestyle-Label, sondern als hochwertige Marke für Arbeitskleidung. Genauer gesagt entwickelte Carhartt seine ersten Stücke für die schwerarbeitenden texanischen Eisenbahner, die auf hohe Qualität und robuste Denims, Overalls und Jacken angewiesen waren. Damit konnte die Marke bereits einige Erfolge verbuchen und sich unter der amerikanischen Arbeiterschaft einen Namen machen. Seit seinem Start vor weit mehr als einhundert Jahren wuchs das Label beständig weiter. Auch heute ist Carhartt in den USA auf Baustellen, bei Farmern, Handwerkern und für alle „schmutzigen“ Arbeiten, bei denen angepackt werden muss, die unangefochtene Nummer Eins.

Viele mögen davon überrascht sein, schließlich kennt man das Label in Europa als reines Lifestyle-Modelabel. Wie kam es also zu dieser zweigleisigen Entwicklung? Obwohl Carhartt in Amerika seine traditionelle Bedeutung beibehalten hat, ging die mittlerweile in Europa fest etablierte Entwicklung zum Fashion-Label von den USA aus.

Für modeaffine Jugendliche erlangte die Marke dort erstmals eine gewisse Bedeutung als die Crack-Dealer der 80er Jahre damit begannen, bei ihren kühlen Nachtschichten wärmende Carhartt Jacken, Mützen und Jeans zu tragen. Für die Ghettojugend der USA waren die Dealer damals wie heute so etwas wie lokale Superstars, denen man natürlich nacheifern musste – nicht zuletzt auch, was den Modestil angeht. Als dann schließlich auch einige Rapper den Trend entdeckten und damit begannen, Carhartt Jeans als Baggys zu tragen, war die Marke endgültig im Mainstream angekommen und offiziell Teil der HipHop-Kultur geworden.

Dieser Hype, der in Amerika relativ schnell wieder vorüber ging, schwappte jedoch bald nach Europa über und konnte sich hier dank geschicktem Marketing, einem ausgefeiltem und trendigen Sortiment behaupten. So ist Carhartt in weiten Teilen der Welt so etwas wie eine absolute Streetwear-/Denim-Ikone geworden. Als Modelabel ist es heute tief in der Skater- und BMX-Subkultur verwurzelt und hat zahlreiche Anhänger in der Rap- und Elektroszene, die nicht zuletzt aktiven Sponsoring und Werbung zu verdanken ist.

Als etwa 2002 Aggro Berlin erste Erfolge feierte, wurden die Künstler der Plattenfirma massiv von Carhartt gesponsert und mit Klamotten ausgestattet – die Fans dankten, indem sie ebenfalls auf die Denims des Labels zurückgriffen und ihm so zu einem weiter Popularitätsschub verhalf. Zuletzt waren die simplen Carhartt-Beanies wieder extrem angesagt. Während die Streetwear-Sektion von Carhartt also den europäischen Raum mehr und mehr für sich vereinnahmt und aufgrund seines zeitlos-simplen und doch ansprechenden Stil weiterhin große Erfolge feiert, hat man sich im Heimatland USA mittlerweile wieder auf die Wurzeln besonnen. Hier tritt das Label nur noch als Produzent von hochwertiger Arbeitskleidung auf – man beachte dazu die Fotostrecken auf der hauseigenen Webseite carhartt.com.

Für den hiesigen Markt ist ganz offensichtlich weiterhin das Credo, hochwertige Denims zu produzieren, ohne dabei jedem x-beliebigen Trend hinterherzuhecheln. Stattdessen setzt man bei Carhartt ganz offensichtlich auf die bewährte Rezeptur aus zeitlosen Cuts, mal etwas schmaler, mal etwas relaxter, auf lässige Chinos oder stabile Jeans. Dafür lieben die Fans Mode von Carhartt und daran soll sich auch bitteschön möglichst wenig ändern. Denn wie heißt es so schön? – If it’s not broken, don’t fix it!

Robins Jean – Biker-Stil mit Bestand

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Wenn wir über die Jeansmarken sprechen, die in den letzten Jahren die Denim-Mode maßgeblich geprägt und beeinflusst haben, denkt man sofort an Marken wie PRPS, Dsquared oder True Religion. Dabei gibt es noch so viele andere Labels abseits der offensichtlichen Fälle. So konnte sich zum Beispiel gerade das Label Robins Jean durch eigenwillige Kreationen und trendigen Rockstar-Elementen zu einem der anerkanntesten Luxus-Labels im Denim-Bereich avancieren – und den Hollywood-Promis innerhalb weniger Jahre den Kopf verdrehen. Ein Bericht über eine französische Jeans-Institution.

Wenn Robin Chretien Interviews gibt, hört man seinen unverkennbaren, französischen Akzent sofort heraus. Mit seiner blonden Mähne, seinen Fältchen und dem braungebrannten Gesicht sieht er fast aus, wie eine Mischung aus dem aktuellen Dieter Bohlen und dem Dieter Bohlen der 80er Jahre – jedoch nicht so, wie man sich den klassischen Modedesigner vorstellt. Aber im Ernst: Wen kümmert das schon, so lange seine Mode stimmt? Robin Chretien ist der Kopf hinter dem Denim-Label Robins Jean. Er ist sein Begründer, Designer und Chef. Und er ist per du mit den größten Stars in Hollywood. Warum das so ist? – Ganz einfach, weil sie seine Jeans lieben. Chretien ist sich dessen bewusst und weiß auch sehr wohl um seine Größe im Business. Wenn ein Reporter nach den exklusivsten Stücken seiner Kollektionen fragt, holt er sie hervor, zeigt sie und wirft sie nacheinander demonstrativ auf den Boden. Keine andere Handlung könnte die Tatsache, dass kaum eine der seiner Männer-Jeans für weniger als 400 Dollar zu haben ist, besser ad absurdum führen.

Chretien hat es geschafft und kann es sich leisten, seine Produkte auf diese Art zu „bewerben“. Sein Flagship-Store in L.A. ist längst Anlaufpunkt für die Stars, sein Laden der New Yorker Grand St. befindet sich schräg gegenüber einer Bar, in der ein Heineken sieben Dollar kostet in bester Gesellschaft. Livin‘ the high Life eben. Doch wie kam die Marke Robins Jean in die Oberliga? Was ist der Grund dafür, dass Robin Chretien nach eigener Aussage keine Stars für Werbezwecke engagieren muss, sondern sie von selbst zu ihm kommen?

Die Antwort mag vielleicht etwas banal oder gar langweilig klingen – als Chretien im Jahr 2005 startete, tat er im Prinzip mit seinen Jeans genau das, was alle taten. Ed Hardy feierte bei den Promis erste Erfolge und der Biker-Schrägstrich-Rockstar-Look war noch besonders und frisch, also entschied er sich, einfach mitzumischen. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Marken aus dieser Zeit, schaffte es Robin Jeans allerdings, seine Relevanz nicht nur zu bewahren, sondern sogar konsequent auszubauen.

Der Biker-Stil der Jeans ist nach wie vor unverkennbar, doch sie wirken ganz und gar nicht in der Zeit hängen geblieben. Chretien geht es nämlich vielmehr darum, immer wieder Grenzen auszuloten, Neues auszuprobieren und Mut zu beweisen. Das zeigt sich durch Hosen, die mit einer glänzenden Schicht überzogen sind und aussehen, als wären sie aus Leder – obwohl aus reinem Denim sind. Das zeigt sich durch Jeans, die mit aufwendigen Animal Prints verziert sind. Das zeigt sich durch aufwendig verzierte Backpockets mit kleinen Details, Reißverschlüssen und natürlich dem unverkennbaren Robins Jean-Logo: Der Name der Marke auf einer beflügelten Banderole.

Dass bei all dem Chic auch die Nachhaltigkeit der Produktion nicht zu kurz kommt, dafür setzt sich Chretien nach eigenen Aussagen persönlich ein: Strikte Kontrollen, umwelt- und gesundheitsschonende Herstellung und Stonewash-Verfahren machen Robins Jean zu einer hochwertigen Marke, die man ganz ohne Gewissensbisse tragen kann.

Wie die Geschichte weiter geht? Gespannt schauen die Stars, Sternchen, Fashionistas und Mode-Interessierten auf die neuen Kollektionen des Wunderkinds aus Lyon. Dass Chretien auch in Zukunft für die eine oder andere Überraschung gut sein wird, gilt als sicher. Dass seine Jeansmode von Bestand sein wird auch. Schließlich ist sie der beste Beweis, dass Denim-Labels auch im High Fashion-Bereich länger als nur eine Saison Bestand haben können.

California Love – American Apparel, oder: das bessere Hollister

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Liebe Freunde, Anhänger und Bewunderer des Skinny-Jeans-Trends, euch ist es selbstverständlich bereits klar. Einige wenige Nachzügler, die eben etwas länger brauchen, oder die sich erst vollends von Modetrends überzeugen lassen wollen, wird es vielleicht sogar noch überraschen folgendes zu hören: „American Apparel“ ist DIE Marke, wenn es darum geht, die perfekte Mode für derzeitige Trends zu finden.

Tatsächlich ist American Apparel seit nunmehr drei, vier Jahren das absolute Trendsetter-Label. Zwar „setzt“ das Label aktuelle Trends nicht wirklich fest, gleichwohl ist es stets an vorderster Front dabei, wenn es darum geht aktuelle Trends von der Straße auf die große Bühne zu bringen. Dies erfordert einen guten modischen Riecher, eine schnelle handwerkliche Umsetzung der Ideen und eine einzigartige Vermarktung. All das beherrschen die kreativen Köpfe bei dem kalifornischen Denim-Label nahezu perfekt.

Gegründet wurde die Marke 1989 durch den kanadischen Egozentriker Dov Charney. „Egozentriker“ ist dabei keineswegs eine Übertreibung – Charney versteht es, aufzufallen. Ob dies im Negativen oder im Positiven passiert, ist für ihn dabei offenbar zweitrangig. Wie sagt man schließlich so schön? – „Schlechte Presse ist besser als keine Presse“. Von schlechter Presse hat Charney dabei mehr als genug. Ob er nun abgehobene Interviews in Boxershorts gibt, oder sogar vor einer Reporterin masturbiert – der Popularität dieses Mode-Berlusconis und dem Erfolg seiner Mode haben all diese Skandale nicht wirklich etwas anhaben können.

So zweifelhaft das Verhalten des Firmengründers auch sein mag, die Qualitäten seines Labels lassen sich einfach nicht von der Hand weisen. So ist American Apparel nicht nur einfach das, was man gemeinhin als „hip“ bezeichnen würde, sondern trifft zudem auch durch seine nachhaltige Produktionsweise auch genau den Nerv der Zeit. Vollkommen Sweatshop-frei produzierte Ware anzubieten ist es etwas, das Modemarken dieser Preiskategorie selten leisten können. Durch American Apparel scheint es erstmals möglich zu sein, trendige, bezahlbare Denims kaufen zu können, ohne damit mit gesenktem Haupt voller Scham durch die Straßen laufen zu müssen: Kinn hoch, Brust raus, zeigt es allen, schreit es raus: „Ich trage Hosen, die nicht von Pakistanis in Akkordarbeit für einen Hungerlohn gefertigt wurden!“ Einen Schulterklopfer für den Bio-Menschen, bitte!

Die nicht gerade wenigen weiteren guten Taten der Marke aufzuzählen wäre angebracht, aber müßig, daher vertraut uns: für Mode-Freunde mit Nachhaltigkeits-Bewusstsein und einem Herz für Planet Erde gibt es kaum eine bessere Wahl, als die Mode des US-Labels. Doch natürlich stellt sich bei all der „Wir lieben die Menschen und die Erde“-Propaganda die simple Frage nach dem Look. Wir haben es bereits angedeutet, doch an dieser Stelle noch einmal in aller Deutlichkeit: American Apparel ist auch nach drei Jahren des Überhypes das (bezahlbarste) Trendlabel der Stunde.

„AA“ ist dabei nicht nur das Mutterlabel aller Skinny-Jeans-Fans sondern auch bei aktuellen Trend-Strömungen ganz vorne mit dabei. Die bekannten und stark beliebten „Skin Slacks“ machen eine ebenso gute Figur, wie die freizeitmäßigen Sweatpants. Zudem gibt es standard-mäßige Five-Pockets und simple Worker-Pants sowie traditionelle Regular Fits. Frauen lieben die hochgeschnittenen Waist-Pants aus bequemen Stretch-Material und die super-engen Reiter- oder Discohosen mit dem typischen 90er Schimmer-Effekt. Kurzum: In American Apparel braucht man sich um die Trend-Frage keinen großen Gedanken mehr zu machen, da eigentlich das gesamte Sortiment stets ultra-aktuell gehalten wird.

Das gilt übrigens nicht nur für die hochwertigen Denims und Stoffhosen, sondern ebenso für Unterwäsche (aufreizend bis sportlich), für ultratrendige Ledershorts oder für banale Trend-Huschen wie Graphic-T-Shirts, Vintage-Schuhe oder verrückte Stoffketten.

In puncto Verfügbarkeit ist American Apparel ein zweischneidiges Schwert: Einerseits ist AA-Mode in Europa noch nicht so weit verbreitet, wie in anderen Teilen der Welt, andererseits sorgt genau das dafür, dass die Marke noch nicht so ausgelutscht und überhypet wirkt, wie andere Marken. Die hiesige Vermarktung kommt gerade erst ins Rollen. Zudem wird hier im Gegensatz zu Labels wie Hollister und A&F nicht mit überdimensionalen Schriftzügen, sondern etwas dezenter gearbeitet. Die perfekten Voraussetzungen für Langlebigkeit und dauerhaften Erfolg im Mode-Business. Wir glauben an euch, ihr American-Apparel-Menschen. Aber haltet bitte euren Chef in Zukunft etwas im Zaum, okay?

Die Jeans-Trends 2013 – diese Looks bringt uns das neue Jahr

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Das alte ist vergangen, das neue angefangen… Ja, ja wir haben es gehört. Und während wir immer noch von der Silvesternacht verkatert aus unseren roten Augen gucken und kaum glauben können, dass der Jahreswechsel nun schon wieder einige Tage zurückliegt, dreht sich auch die Modewelt beständig weiter. Hallo! Aufwachen, ihr Schlafmützen! Es wird dringend Zeit, sich mal mit den Jeanstrends des neuen Jahres zu befassen! Was genau erwartet uns? Was droht uns? Was wird spannend, interessant und was wird eher zu vernachlässigen sein? Wir haben uns da mal umgehört…

Jeans in Herbstfarben

Modeinstanzen wie die Vogue haben es bereits feierlich verkündet, die Stars machen es uns jetzt schon vor und die Händler ziehen fleißig nach: farblich deutet in diesem Jahr alles Richtung Herbst – und zwar ganz Jahreszeiten-unabhängig. Laubfarben, Brauntöne, Bordeaux, ein gedämpftes Senf- oder Goldgelb – das sind die Denim-Farben des Jahres 2013. Abseits dessen wird auch das klassische Indigo-Denimblue wiederbelebt werden. Damit wird für alte Trendhasen definitiv auch der Kauf eines brandneuen Modells im frischen, kräftigen Blau notwendig – gerne auch ganz ohne Waschung und Used-Optik. Diese wird zwar auch 2013 noch präsent sein, gegenüber den Plain-Modellen jedoch deutlich an Popularität einbüßen.

Skinny bleibt, Schlag kommt, Leichtigkeit hält Einzug

Gute Nachricht für alle, die sich im letzten Jahr mit einem lebenslangen Vorrat an Skinny-Jeans eingedeckt haben: Für 2013 bleibt uns der schmale Look vorerst erhalten. Jedoch bekommt er Gesellschaft. Diverse Modehäuser arbeiten nämlich weiter akribisch am Comeback der Schlaghose. Während diese bereits 2012 und 2011 vereinzelt wieder zu sehen war, scheint in diesem Jahr die Zeit reif für das große Comeback. Mit Vollgas voraus prescht vor allem das New Yorker Denimlabel Seafarer. Die Traditionsmarke belebt nämlich 2013 ihre klassisch-locker geschnittenen und taillenhohen Schlaghosen aus den 70ern wieder.

Die zudem weiterhin angesagten Premiummarken setzen auf verstärkt auf dem Verbindung von ansprechendem Look und gesteigerten Tragekomfort. So arbeiten diverse Hersteller an ultraleichten Jeans, die maximale Bewegungsfreiheit bieten sollen und lässig aussehen.

Wellness für die Beine

Etwas ganz besonderes hat sich für das Jahr 2013 die deutsche Denim-Marke Wrangler ausgedacht. Sie will im Frühjahr eine Art Wellness-Linie ihrer Jeans auf dem Markt bringen, die den vielversprechenden Namen „Denim Spa Therapy for Legs“ trägt. Was verbirgt sich hinter dem mysteriösen Titel? – In die Jeans sollen „Wellness“-Stoffe eingearbeitet sein, die ihr einen besonderen Jasmin-Duft verleihen, die Haut pflegen und sogar gegen Zellulite wirken sollen! Hört sich ordentlich nach Science Fiction an, sodass man auf die Veröffentlichung auf jeden Fall gespannt sein kann. Ob die Spa-Stoffe durch das Waschen der Jeans verloren gehen können und ob es aucg eine spezielle Version für Männer geben wird – etwa eine „BBQ“-Variante mit angenähtem Bierdosenhalter und Steaksoßen-Spender an der Gesäßtasche – ist leider noch nicht bekannt. So futuristisch sich die Idee aber anhören mag – ganz neu ist sie nicht. Marken wie GSUS arbeiteten bereits mit ähnlichen Ideen und verliehen ihren Jeans Aloe-Vera-Duft.

Die Kombinationsmöglichkeiten

Was die Art und Weise angeht, wie man seine Denim zu anderen Kleidungsstücken kombiniert, wird uns in diesem Jahr keine Revolution erwarten. Die erwähnten Farben passen ganz hervorragend zu femininen schwarzen Blazern, und – solange die Temperaturen noch tief sind – perfekt zu ein Paar hinreißen (Combat-)Boots. Weiterhin kann bedenkenlos Kleidung aus Wildleder oder glänzende, funkelnde Accessoires zu den Jeans getragen werden. Zudem scheint ganz offenbar Denim-mit-Denim immer mehr Akzeptanz zu bekommen. Eine Jeansbluse, Jeansweste oder Jeansjacke zur Jeanshose? – sicherlich immer noch fragwürdig, aber immer mehr Leute scheint es zu gefallen.

Oh, 2013, was hast du mit uns vor? – Das sind also die Denim-Trends, die uns in diesem Jahr erwarten. Blicken wir also voller Vorfreude den kommenden Trends und Innovationen entgegen, die irgendwo zwischen zurückhaltendem Chic und absoluter Verrücktheit pendeln. Was sich im Endeffekt durchsetzen wird und was schneller wieder in der Versenkung verschwindet, als es auftauchte, das werden wir mit Freude beobachten. Wir sind bereit!

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Die beste Denim Unterwäsche und wenn die Jeans mehr preisgibt, als sie verdeckt

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Es gibt ein Problem, welches nicht mit den Baggys begann und auch nicht mit ihnen endete, auch wenn es häufig mit ihnen in einen Topf geworfen wird. Die Rede ist von der Unterwäsche-Präsentation. So, wie manche Leute ihre Jeans tragen, kommt das nicht selten einer ungewollten Fashion-Show für Unterhosen gleich – und das obwohl die Jeans doch eigentlich darüber getragen wird. Was ist davon zu halten?

Immerhin, die Zeiten in denen sich die älteren Semester auf der Straße noch angewidert wegdrehten, wenn sie bei jemandem die Unterwäsche durch die Hose blitzen sahen, sind mehr oder weniger vorbei. Heutzutage provoziert es kaum mehr jemanden, wenn man seine Jeans luftig und locker trägt. Und dennoch ist es immer wieder ein Diskussionspunkt unter Fashion-Freunden. Wie viel darf man von dem, was man drunter trägt, denn nun eigentlich preisgeben?

Natürlich gibt es wie so oft hier keine eindeutige Antwort, kein Richtig und auch kein Falsch. Nichtsdestotrotz trieb die Frage danach, was genau erlaubt sei und was nicht, teils bizarre Blüten. Es muss irgendwann vor rund zehn Jahren gewesen sein, als es bei jungen Mädchen unsagbar in gewesen ist, den Begriff „Hüfthose“ extrem weit auszulegen. Jeans saßen dann gerne mal so tief, dass man bei der kleinsten Bück- oder Hochbewegung, ja oft sogar schon beim einfachen Sitzen auf einem Stuhl freien Blick auf den nackten Hintern hatte. Zufälligerweise fiel dieser „Trend“ in denselben Zeitraum, in dem String-Tangas gerade wieder so richtig angesagt waren. Als Mann kann und sollte man sich darüber wahrscheinlich besser nicht beschweren, dennoch treibt einem der Gedanke an diese Zeit unweigerlich ein Schmunzeln ins Gesicht. Schließlich ist das, was damals als absolut legitim und sexy galt, heute als billig oder sinnlos provokant verpönt. Sind wir etwa verklemmter geworden? Oder sind wir einfach aufgewacht und haben gemerkt, dass das einfach nicht viel mit Style zu tun hatte?

Männern hingegen scheint man es nach wie vor nicht wirklich übel zu nehmen, wenn sie ihre Unterwäsche in der Öffentlichkeit präsentieren. Moderne Jeans, ganz egal ob Slim, Tight oder Lose-Fit werden fast ausnahmslos auf Hüfthöhe oder noch tiefer getragen. Je nachdem, wie nun das Shirt geschnitten ist, kommt da auch schnell die Boxershorts (respektive der Feinripp-Schlüpfer) zum Vorschein. Man hat fast das Gefühl, Jungs präsentieren ihre Unterhose ähnlich stolz, wie es die Mädels vor einigen Jahren mit ihren Tangas taten – und die Ladys honorieren es. Es gibt schließlich für Frauen kaum einen besseren Zeitvertreib, als Männern zu sagen, was sie von deren Unterwäsche halten, ihnen Verbesserungsvorschläge zu machen und Kaufempfehlungen zu geben. Hinzu kommt die bei den Labels immer exzessiver angewandte Used- oder Destroyed-Optik, welche Löcher von derartigen Ausmaßen in die Jeans einarbeiten lässt, dass man tatsächlich weitestgehend freien Blick auf das Muster der Unterwäsche hat. Auch hier sind entsprechende Kommentare vorprogrammiert.

Wie gesagt – die absolute Wahrheit, die ultimative Meinung  gibt es hier höchstwahrscheinlich nicht. Vielleicht ist der Trick einfach, die Wage zu halten. Fast alle sind sich einig: Dass jemand seinen halben Arsch präsentiert, ist wahrscheinlich ein Fakt, der in der Regel nicht so gut ankommt. Die Unterwäsche mal hervorblitzen zu lassen, um anderen einfach klarzumachen, dass man auch in diesem Bereich in der Lage ist, geschmackvoll auswählen zu können, sollte wohl aber klargehen. Manchmal reicht es ja auch schon, bei einer etwas tiefer sitzenden Jeans einfach zu einem etwas länger geschnittenen Oberteil zu greifen. Entsprechende Tank Tops, Shirts, Hoodies oder ähnliches sollte wohl jeder besitzen. Dann klappt es auch mit der Provokation – gezielt, aber eben nicht plump.

Als Kerl trägt man die Boxer am besten wie Christiano Ronaldo in dem Video.

Deine Jeans ist dein Leben

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Unsere Jeans ist kein Kleidungsstück, wie all die anderen. Man sagt das natürlich oft, an vielen Menschen jedoch scheint der Sinngehalt einer solchen Aussage auch heute noch spurlos vorüber zu gehen. Dabei trifft es den Nagel auf den Kopf: Eine Jeans ist wie guter Whisky. Sie braucht ihre Zeit, muss reifen und wird mit dem Alter immer besser. Die ideale Jeans hat uns begleitet – überallhin, ein Leben lang. Das hier ist die Lobeshymne auf die ALTE Jeans.

Manche gehen mit ihrer Jeans um, als wäre sie ein rohes Ei. Sie wird nur an besonderen Tagen getragen, es darf kein Fleck darauf kommen und sie darf selbstverständlich nie gewaschen werden – und wenn, dann nur per Hand in der Badewanne. All das natürlich, weil sie ein kleines Vermögen gekostet hat. Ist das der Trick zu einem zufriedenen Leben mit einer Jeans? – Nicht unbedingt. Oder besser: Eigentlich gar nicht.

Die Jeans, die wirklich etwas hermachen, zeichnen sich nicht durch ihren materiellen Wert aus. Ganz im Gegenteil, sie glänzen mit den Sachen, die man für kein Geld der Welt kaufen kann: Sie haben Charakter, sie sind einzigartig, sie haben uns in unserem Leben lange Zeit begleitet. Das müssen beim besten Willen keine 500 Euro-Modelle sein. Das kann ein einfache Diesel-Jeans sein, oder eine simple Replay – ganz egal. Sie muss auch keine Waschung haben, sie hat auch diese vorgefertigte Used-Optik nicht nötig. Sie entwickelt sich zu dem, was sie ist. Das mag vielleicht etwas länger dauern, dafür ist es ein einmaliger Prozess.

Stell dir vor, du kaufst eine klassische, einfarbige Jeans. Du trägst sie, wie du es kennst. Du wäschst sie, nachdem du sie ein paarmal anhattest. Du fährst in den Urlaub, packst sie in deinen Koffer, trägst sie in fernen Ländern. Irgendwann kommt versehentlich ein Fleck drauf, der nicht mehr herauszuwaschen geht, aber du schmeißt sie nicht weg. Nach fünf, zehn, fünfzehn Jahren ist es schließlich DEINE Hose. Sie ist MIT dir gewachsen und sie ist AN dir gewachsen. Sie erzählt DEINE Geschichte. Sie war mit dir in diesem Steak-Restaurant in Texas. Sie war mit dir auf den staubigen Straßen in Indien. Warum solltest du dieses Kleidungsstück, das deine Lebensgeschichte kennt und widerspiegelt, einfach gegen ein neues austauschen, wenn es dich doch repräsentiert, wie kaum ein anderes?

Der Status, den eine Jeans nach Jahren und Jahrzehnten des Tragens hat, ist mit nichts anderem, als mit purer Magie zu vergleichen. Für Viele mag es dann nur ein altes Kleidungsstück sein, für dich ist es Teil deines Lebens. Was begleitet uns schon so dicht an allen Orten dieser Welt wie unsere Kleidung? Die mit dir gewachsene Jeans ist die schönste aller Jeans.

Kein neues Modell kann da mithalten. Manchmal vergisst du es, weil du es für selbstverständlich hältst. Du verlierst den Blick für das Besondere an ihr. Du bemerkst nicht, dass die kleinen Löcher, die sich langsam an ihr bilden, das ausgewaschene Aussehen, ihre ausgebeulten Knie genau das sind, wofür du bei einer neuen Hose hunderte Euros bezahlten würdest. Dabei hast du es alles hier vor dir, es ist dein Werk. Dein Leben hat diese Jeans designt.

Nicht falsch verstehen: Das hier soll nicht heißen, du sollst dir keine Denim mehr kaufen. Das hier ist einfach ein Plädoyer gegen das Wegschmeißen von Jeans. Das hier soll dich einfach deine Jeans wieder Wert schätzen lassen. Es soll deinen Blick dafür schärfen, dass „alt“ nicht mit „schlecht“ gleichzusetzen ist. Im Gegenteil, es ist „besser“. Viel besser.

Wenn du das nächste Mal den Kleiderschrank aussortierst, dann tu das bei vollem Bewusstsein. Mach dir den Spaß und trag mal diese alte Denim, die schon seit drei Jahren unbenutzt und ramponiert da drin rumliegt. Nimm mal die Hose, die du letztens noch beim Malern getragen hast, wirf sie in die Waschmaschine und frag dich ganz offen, ob sie nicht genauso wie eine Jeans aussieht, für die andere 1000 Euro bezahlen würden. Es ist alles eine Frage des Blickwinkels.

Das Label auf der Jeans – groß und breit oder klein und dezent?

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IN

Eine Frage, die die Gemüter nicht selten erhitzt, ist die nach den Labelprints auf ihrer Kleidung. Während die einen gerne zeigen, was sie tragen und daher gar nicht genug von großen Schriftzügen auf ihren Klamotten bekommen können, mögen andere eher die dezente Variante und lassen Look und Qualität für sich sprechen. Auch wenn es um Jeans geht, ist dies eine seit langem bestehende, noch nicht beantwortete Streitfrage – hier handelt es sich statt um Prints meist um Stickereien auf den Gesäßtaschen.

Als Designer eines Denim-Labels scheint man es schwer zu haben, wenn die Konzernbosse verlangen, dass das Label-Logo groß und breit auf der Hose zu sehen sein soll. Viel Kreativität bleibt meist nicht, wenn derlei Vorgaben gemacht werden. Erinnern wir uns mal eben an die Hochphase der Baggy-Jeans zurück – schon poppen die großen Label-Stickereien vor unserem geistigem Auge auf. Bei kaum einer der einschlägigen Marken war die rechte Gesäßtasche der Denim leer: Rocawear, Sir Benny Miles, 2Pac, South Pole – es gab nur wenige Marken, welche auf prominente Hinweise, um welche Marke es sich denn nun an den Beinen handelt, verzichteten. Ausnahmen bildeten vielleicht einige wenige Modelle von Ecko Unltd. oder Phat Farm.

Auch wenn diese Art und Weise des Jeans-Designs gerade bei Baggy-Mode populär war, wurde sie doch von anderen Marken außerhalb dieses Bereichs mehr oder weniger übernommen. Man denke dabei nur an den riesigen Hype um die True Religion Jeans. Deren Markenzeichen waren und sind ihre auffälligen, weißen Stickereien in Hufeisenform, die fast ausnahmslos bei jedem Modell auf den Gesäßtaschen prangen. Jeder weiß damit sofort, dass es sich um eine True Religion Jeans handelt. Auch bei den zeitweise sehr populären Evisu-Jeans wusste man anhand des geschwungenen, weißen Bogens sofort, dass es sich um die japanische Edelmarke handelt.

Man kann den Ansatz dieser Labels durchaus nachvollziehen. Sie wollen sich in das Gedächtnis der Kunden einbrennen, man will ein Erkennungsmerkmal schaffen und sich vom Rest eindeutig unterscheiden und abgrenzen können. Und sein wir ehrlich: es funktioniert. Die erwähnten Marken sind – selbst wenn ihr Hype einige Jahre zurückliegt – noch immer stark in unserem Kopf präsent. Weil ihre Werbekampagne nicht damit aufhörte, dass man sich eine Jeans von ihnen kaufte, sondern man als Käufer sogar an der Werbekampagne mitarbeitete, indem man ein kleines Werbeplakat auf der rechten Pobacke trug.

OUT

Ein Konzept, welches eine gewisse Zeit lang aufzugehen scheint, sich aber offenbar nicht für die Ewigkeit eignet. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass die größten Marken im Denim-Sektor auf auffällige Schriftzüge gar nicht angewiesen sind. Labels wie Levis, Lee oder G-Star verzichten weitestgehend auf großartige Stickereien mit dem Labelnamen und beschränken sich stattdessen auf kleine Schildchen oder das obligatorische Leder-Element zwischen den Gürtelschlaufen. Fragt man die Hersteller, ist die Antwort meist klar: Man braucht diesen pompösen Stil nicht und will stattdessen lieber mit Qualität überzeugen, möchte bewusst einen Schritt zurückgehen, anstatt übers Ziel hinaus zu schießen. Klar, derjenige, der am lautesten schreit, hat häufig am wenigsten zu bieten.

Nun muss das natürlich nicht pauschal auf alle Jeanslabels zutreffen und mit Sicherheit gibt es genügend schwache Marken, die auf große Label-Prints verzichten, genauso wie es auch hochwertige Marken mit großen Labelprints gibt. Nur sind diese eben meist nur auf den schnellen Gewinn aus, getreu dem Motto: Die Marke ist in, also soll jeder sehen, dass man sie trägt. „Ich gehöre dazu“ – darum geht es doch. Problem dabei: Wenn der Hype vorbei ist, dann sieht man eben auch genauso, dass man NICHT mehr dazu gehört, weil man eine Marke von gestern trägt. Ein Fehler, der einem mit dezent-bestickten Jeans nicht passieren kann.

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  • freeman t porter 90er

Die Jeans als Teil des Business-Looks – No-Go oder machbar?

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Wenn 16-jährige Jungs ihre Mama mit aufgesetztem Hundeblick fragen, ob sie denn zu ihrem ersten Bewerbungsgespräch nicht einfach ihre geliebte Jeans tragen dürfen, donnert ihnen meist ein entschiedenes „Nein!“ entgegen. Denim-Jeans zum Business-Look? Unvorstellbar, verpönt, inakzeptabel – man kennt diese Aussagen. Doch was ist von solchen Pauschalisierungen eigentlich zu halten? Das ungeschriebene Gesetz, dass Jeans niemals mit einem seriösen Auftreten vereinbar sind – hat es noch seine Gültigkeit? Oder handelt es sich hierbei einfach nur um ein Relikt vergangener Zeiten, dessen Verfallsdatum immer näher rückt, ja teilweise vielleicht schon überschritten ist? Die Jeans als Teil des Businesslooks – unvorstellbar oder nicht schon längst Realität in unseren Büros?

Eines muss hier gleich vorweg genommen werden: Die wenigsten Betriebe, in denen es um Büro- oder Managementtätigkeit geht, haben tatsächlich so etwas wie eine vorgeschriebene Kleiderordnung. Stattdessen wird vieles stillschweigend vorausgesetzt. Es scheint selbstverständlich, dass Broker auf dem Börsenparkett mit Anzug und Krawatte erscheint. Es wird als Grundvoraussetzung Nummer Eins gehandelt, dass Positionen im mittleren oder oberen Management nur von Menschen in Flanellhosen besetzt werden. Ob nun irgendwo festgeschrieben oder nicht – in diesen Positionen ist es einfach so und es wird sich wohl auch nicht so schnell ändern. Gleichwohl kommt es immer häufiger vor, dass selbst Chefs oder Angestellte in höheren Positionen immer wieder Ausnahmen machen, wenn es um ihre Geschäftskleidung geht.

Gerade bei Meetings oder Geschäftsessen im lockeren Rahmen werden immer häufiger ein paar lässige schwarze Jeans zum Hemd getragen. Ähnliches gilt für Unternehmen, die am „casual Friday“ die Kleiderordnung etwas lockern. Doch Vorsicht, auch hier gilt es, es nicht zu lax zu nehmen. Eine Jeans im Businessbereich bedeutet eben auch auf jeden Fall ein schlichtes Modell zu wählen. Auffällige Waschungen, ausgefallene Farben oder gar Löcher oder Destroyed-Look sind nach wie vor nicht gern gesehen. Stattdessen sollte lieber auf schwarze oder zumindest dunkelblaue Modelle gesetzt werden, die möglichst farbstark sind und noch nicht ausgewaschen aussehen.

Es sind aber auch Positionen und Jobs denkbar, die einem in puncto Hosenwahl noch deutlich mehr Freiheit bieten. So verlangt nicht jeder Bürojob automatisch nach einer Anzugshose. So sind zum Beispiel Angestellte in der Versicherungsbranche, im Ingenieurwesen oder auch Autoverkäufer heute nicht mehr automatisch dazu gezwungen auf ihre geliebte Denim zu verzichten. Zudem gibt es genügend Berufe im kulturellen, kreativen oder journalistischen Bereich, die keine hochklassige Business-Mode voraussetzen, ja wo es sogar overdressed wirken kann, im Anzug zur Arbeit zu erscheinen.

Die Problematik mit dem Vorstellungsgespräch bleibt aber. Gerade wenn man sich nicht sicher ist, wie man den (künftigen) Arbeitgeber einschätzen soll oder wenn die Kleiderordnung des Unternehmens unbekannt ist, dann sollte man nach wie vor zum schwarzen Anzug greifen. Das gilt für 95 Prozent der Vorstellungsgespräche pauschal – der Anzug ist hier einfach nach wie vor Pflicht. Und selbst, wenn sich hinterher herausstellt, er wäre nicht nötig gewesen, war man lieber overdressed als underdressed. Niemand wird es einem zum Vorwurf machen und negativ bewerten, wenn man im traditionellen Business-Look erscheint.

Der traditionelle Businesslook – das bedeutet Anzug, Hemd, Krawatte, Hosenanzug, Rock, Blazer und Bluse. Doch eine Entwicklung ist erkennbar. Der neue Businesslook kennt durchaus auch andere Facetten. Immer und überall schwarz oder mit Nadelstreifen zu erscheinen ist keine Selbstverständlichkeit mehr – und erst recht keine Pflicht. Nichtdestotrotz darf man die althergebrachte Businessmode nicht unterschätzen. Es wäre vermessen zu sagen, dass sie heute weniger relevant ist, als noch vor einigen Jahren. Es kann heute aber einfach schneller vorkommen, dass man sich von ihr frei machen und auch mal seine blaue Jeans im Büro tragen kann. Und sein wir ehrlich; was gibt es schließlich schöneres, als sich von gesellschaftlichen (Pseudo-)Zwängen zu lösen und einfach der sein zu dürfen, der man ist? In Jeans zu schwarzen Schuhen und Hemd und Sakko, anstatt in Flanellhose – macht oft genauso viel her, auch wenn man es kaum glauben mag.

Wenn dann noch so viel Kritik hageln mag, sollte man sich einfach auf Steve Jobs besinnen, der selbst als oberster Chef von Apple Turnschuhe, Rollkragenpullover und Jeans trug.

Jeans – die Hose, die eigentlich jeder im Schrank haben sollte

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In gewisser Weise zeitlos aber auch modern immer wieder neu erfunden und in den unterschiedlichsten Formen zu kaufen, je nach eigenem Belieben. Die heutigen Jeans waren zu ihren Anfangszeiten noch einfache robuste Arbeitsbekleidung für amerikanische Goldgräber die auf ihren großen Goldfund warteten und Tag für Tag in den Flüssen schürfen gingen. Levi Strauss ein Einwanderer aus den Franken, über den weiten Ozean gekommen, fertigte in San Francisco damals als erster die sogenannten „Denim Jeans“ an.

Denim ist übrigens abgeleitet vom sehr robusten Baumwollstoff „Serge de Nîmes“ aus dem Strauss damals die Hosen kreierte.

Bei den Jeans gibt es die unterschiedlichsten Formen – über die vielen Jahre haben sich einige Richtungen entwickelt. Die Popularität von Jeansarten ist jedoch untereinander sehr unterschiedlich.

Röhrenjeans

Die angesagteste Jeans für uns ist die Röhrenjeans. Populär war diese Hose auch in den späten 1970igern. Heute kommt sie wieder. Diese Jeans sind recht Bein-betont und passgenau. Früher jedoch waren die Hosen teilweise entweder zu eng und man sah aus wie eine „Presswurst“ oder die Modelle waren zu weit und damit verfehlte die Hose deutlich ihre Aufgabe. Heute bekommt man die Hosen natürlich in den unterschiedlichsten und vor allem auch in den passenden Größen.

Typische und angesagte Marken von Röhrenjeans sind unter anderem Cheap Monday, Levis – im Universalshop H&M gibt es sie natürlich auch zu kaufen. Viele coole Röhrenjeans haben wir allerdings auch bei ZARA entdeckt.

Cheap Monday Jeans

Bootcut-Jeans

In den 1970igern waren vor allem die Schlaghosen voll im Trend. An den Oberschenkel ziemlich eng, darunter abwärts des Knies sehr weit geschnitten. Heute sieht man die Hose kaum noch getragen, höchstens an einer Frau aufwärts der 30er. Bei Männern sehen wir diese Art von Jeans fast gar nicht mehr.

School-Rag-Schlagjeans

Karottenjeans

Die Jeans im Karottenschnitt sind da eher das Gegenteil. Sie sind oben am Bund weit geschnitten und werden dann ab der Mitte des Oberschenkels immer schmaler. Diese Art der Jeans gibt es auch häufig in Form einer Jogginghose.

Diese Jeans war unter anderem in der Szene der Jugendkultur in den 1980iger Jahren in der Region um Berlin sehr beliebt und wurde zu hohen Preisen verkauft. Typische Marken für die heutigen Modelle sind Picaldi, die G-Star ARC und One Green Elephant.

Reitjeans

Nun zur Reitjeans. Reitjeans wurden ursprünglich – wie der Name schon sagt – zum Reiten entworfen. Wir haben in der letzten Zeit das Gefühl, das die Reiterjeans stark im Kommen sind. Immer mehr Damen sind in den hautengen Stoff bzw. Jeanshosen zu sehen.

Unterschied zur Röhrenjeans ist vor allem, dass auf der Beininnenseite die Naht entweder speziell verarbeitet wurde oder gar nicht existiert. Diese Naht würde ja beim Reiten das Pferd irritieren. So wurden auch die Fashion Reithosen ohne diese Naht genäht.

PFIFF Kira Reithose

 

Der Hosenkauf

Nun zum Kauf: Schnappe ich mir einfach die teuerste Jeans, probiere sie in meiner Größe an und schlage dann zu – oder worauf ist zu achten?

Man sollte sich als erstes seine Körpergröße und seine Körperproportionen mal anschauen. Daraus ist dann zu schlussfolgern welche Jeans zu einem passen, natürlich spielt der eigene Geschmack bei der Auswahl auch eine große Rolle den man sollte nur anziehen was einem auch gefällt! So, nun zur Preisklasse: man sollte bei einer Jeans nicht unter 40 Euro schauen. Diese Färben meist ab und verschleißen deutlich schneller als eine Jeans in einem höheren Preisniveau. Nach einigen Waschgängen ist die Farbe eventuell deutlich blasser und entfärbt.

Auf die Nähte der Jeans ist auch zu achten. Wenn man sieht, dass die Nähte von vorne herein schlecht verarbeitet sind oder gar ausfransen, sollte man die Jeans lieber wieder zurück ins Regal legen. In einem Artikel der Zeitschrift „STERN“ hatte die H&M Jeans das gleiche Testurteil wie die mehr als doppelt so teure Diesel- oder Replayjeans.

Daraus lässt sich schlussfolgern, dass nicht jede teure Denim gleich eine ausgezeichnete Jeans ist und in der Qualität überzeugt. Am besten ist es, sollte man schon eine Hose im Auge haben, einfach mal den Verkäufer zu fragen, wie sich die Jeans beim längeren Tragen verhält. Und wenn die gute Jeans nach 1-2 Jahren dann doch mal abgetragen sein sollte, kann man sie immer noch zu Jeansshorts umnähen und im Sommer tragen.

Wer allerdings gar keine Vorstellungen hat, was eine gute oder schlechte Jeans ausmacht, der sollte sich an die „Allstars“ halten, mit denen man prinzipiell kaum etwas falsch machen kann. Da wäre der Low-Budget-Shop H&M, der allerdings laut Testurteilen respektable Qualität aufweist.

Mit G-Star, der Marke für gute und stylische Jeans, kann man auch kaum daneben liegen, auch wenn man bei G-Star etwas tiefer in die Tasche greifen muss. Einer unserer persönlichen Favoriten, was den Jeanskauf betrifft, ist ZARA. Die Preise liegen in einem ähnlichen Rahmen wie H&M, doch die Jeans sind um einiges stylischer. Zusätzlich haben wir keine Probleme nach dem Waschen erkennen können, also können wir diese Jeans nur weiterempfehlen.

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