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Die verrücktesten Denims der Welt, Teil 2

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Wenn wir aus dem ersten Teil unseres Specials etwas gelernt haben, dass ist es, dass Jeans-Designer ein paar echte Spaßvögel sein können. Beim letzten Mal stellten wir euch betonschwere, unbezahlbar teure und fruchtig riechende Denims vor. Diesmal wollen wir noch einen Schritt weiter gehen und die Liste verrückter Jeans-Modelle um ein paar exotische Vertreter erweitern. Kreativität scheint nämlich keine Grenzen zu kennen und so ist es uns eine Freude euch mit ein paar weiteren Design-Ergüssen der Modedesigner zu faszinieren. Ob das nun alles hosenmäßige Schwerverbrechen sind oder doch absolute Großtaten, für die es sich lohnt, mehrere Jahre auf das Essen zu verzichten, um sie sich irgendwann leisten zu können – diese Entscheidung überlassen wir da ganz unseren Lesern.
Stöbert man durch die Vielzahl verrückter Denim-Jeans, dann stolpert man nicht gerade selten über ziemlich abstruse Namen von noch abstruseren Labels, die mit den abstrusen Styles aufkommen, über die wir uns so freuen. Dabei jedoch auf eine Marke wie Levi’s zu stoßen, überrascht dann aber schon. Aber auch DIE Traditionsmarke unter den Denim-Labels schlechthin hat zumindest ein wirklich verrücktes Modell im Sortiment, auch wenn es sich dabei nicht um ein regulär erhältliches Stück eines x-beliebigen Levi’s Stores handelt. Viel mehr ist das vorliegende Modell eine Kooperation zwischen der Levi’s und dem britischen Künstler Damien Hirst. Das 2008er Modell des 501-Klassikers erinnert mit seiner sternförmigen Farbenfreude an einen Batik-Extremfall und wurde von der Gala als „Kunst zum Anziehen“ bezeichnet. Nun, besser hätten wir es auch nicht treffen können.

Apropos, verrückte Denim-Kunst: Wer nicht nur nach dem passenden Modell für sich, sondern auch für seine Barbie-Puppe (respektive seine Action-Figur) sucht, der kann im Sortiment des japanischen Edel-Denimproduzenten Momotaro Jeans fündig werden. Die findigen Japaner haben nämlich ein Designer-Modell mit einer Länge von satten 15 Zentimetern geschaffen und halten damit wohl den Rekord der kleinsten Luxus-Leans der Welt. Gürtelschlaufen, Lederpatch, Waschungen und Used-Optik inklusive. Wo man für dieses Prachtexemplar jedoch den passenden Gürtel herbekommt, das lassen die Designer offen. Für eine glatte 10 auf der Crazyness-Skala reicht es aber dennoch problemlos!

Dass sich Labels und Designer aber nicht nur größen- und designtechnisch zu allerhand verrückten Ideen hinreißen lassen, sondern auch was Produktionsmethoden angeht, das beweist die Marke „Gluejeans“ aus den Niederlanden. Wie der Name des Labels nämlich bereits andeutet, werden deren Denims nicht etwa durch herkömmliche Nähte zusammengehalten, sondern durch eine Art farbigen Klebestreifen. Das Ergebnis sind dann relativ traditionell aussehende Jeansmodelle, die sich lediglich durch ihre roten (Pseudo-)Nähte vom Rest abheben und hoffentlich ähnlich gut zusammenhalten, wie die Jeans der herkömmlichen Bauweise. Bei einem Kaufpreis von über 500 Euro sollte man das aber schon erwarten dürfen, oder?

Was bei alledem klar geworden sein dürfte: Keine der hier vorgestellten Extrem-Denims gibt es geschenkt, nicht mal annähernd. Die Spannweite reicht in der Regel von mehreren hundert bis gar mehreren hunderttausend Euro/Dollar, die man für ein paar verrückte Jeans bezahlen muss. Die einzige Alternative für normalsterbliche Menschen ohne Platin American Express lautet daher: Selbst aktiv werden. Wer genügend Phantasie hat, gerne Hand anlegt und vielleicht selbst ein bisschen verrückt ist, der setzt die Schere an, startet die Nähmaschine, greift zu Farbe und Pinsel und schaut, was am Ende dabei herauskommt, wenn er aus seiner 501 ein eigenes verrücktes Designer-Modell zu fertigen versucht. Denn das Schöne an all den verrückten Jeansmodellen ist doch, dass es eigentlich nur jemanden braucht, der unkonventionelle Ideen in die Tat umsetzt. Andererseits: Wer muss schon unbedingt das verrückteste Jeansmodell der Welt tragen? Manchmal reicht ja auch das schamlose Gaffen – vor allem wenn es ZU extrem wird. Sofern ein „ZU extrem“ überhaupt möglich ist. Grenzen gibt es schließlich nie. In der Modewelt sowieso nicht. Thank you, Lord!

Update: Auch abgefahren sind die Jeans von Karl Lagerfeld. Im shoppl Blog wird dazu ausführlich berichtet!

Was wurde eigentlich aus…? – die (fast) vergessenen Denim-Marken

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Einst haben sie die Denimwelt regiert, waren im Kleiderschrank eines jeden Jeans-Freaks präsent und erfreuten sich größter Beliebtheit. Doch irgendwann ist jeder Hype vorbei und Marken verschwinden wieder von der Bildfläche. Aber heißt das automatisch, dass sie tot sind? Dass sie sie in puncto Design und Qualität nachgelassen haben müssen? Wir haben uns mal auf die Suche nach ein paar schon fast totgeglaubten Marken gemacht und mal nachgesehen, wie sie sich im Vergleich zu aktuellen Marken schlagen.

Evisu

Das Label Evisu Genes, vor einigen Jahren noch absolut gehypet, wird heute kaum mehr gesehen. Was ist aus der Marke mit dem charakteristischen Logo auf den Backpockets geworden, die vor rund sechs, sieben Jahren jeder, der sie sich leisten konnte, wie selbstverständlich trug? Im Jahr 2006 brach der Vorwurf der Steuerhinterziehung gegen Firmengründer Hidehiko Yamane ihm und seinem Unternehmen fast das Genick. Schlussendlich konnte sich Yamane aber wieder aufraffen, holte sich Designer-Mastermind Scott Morrison zu seinem Team und tat das, was er am besten kann: Er entwickelte wieder beeindruckende Kleidung. Wer sich aktuelle Frühlingskollektionen auf der Evisu-Webseite ansieht, dem wird klar: Diese Marke lebt! Und sie ist offensichtlich erschwinglicher, als noch vor zehn Jahren. Denims gibt es hier bereits für 250 Dollar – kein Schnäppchen, aber durchaus vertretbar. Der Preis stimmt also, der Look auch – aber das reicht, um einen neuen Hype und das japanische Label zu entfachen? Das bleibt abzuwarten.

South Pole

Na, wer erinnert sich noch? Als vor ungefähr zehn, zwölf Jahren der Baggy-Trend das Jungvolk, die Kaufhäuser und Streetwear-Läden eroberte, waren es vor allem Denims von South Pole, die gerne gepickt wurden. Obwohl sie sich in Form und Art kaum von Konkurrenzmarken wie Sancezz oder 2Pac unterschieden, wurden South Pole-Hosen mit Abstand am meisten gepickt – ein Trend-Label im klassischen Sinne. Wer eine Baggy wollte, MUSSTE eine South Pole besitzen. So war das damals. Mit dem abnehmenden Baggy-Hype konnte das Designer-Team um David und Kenny Khym offensichtlich nicht gut umgehen: Statt sich den neuen Trends und Entwicklungen im Bereich der Streetwear anzupassen, blieben sie bei ihren alten Cuts und verloren den Anschluss zur Konkurrenz. Zwar ist die Marke heute noch existent, wird aber vor allem in den USA als Low-Cost-Ware bei großen Ramsch-Modehäusern wie Sears oder JC Penny verkauft und hat damit viel von ihrem Coolness-Faktor eingebüßt. Wie stehen also die Chancen auf ein Comeback? – Lass uns ehrlich sein: Eher schlecht! Aber wie heißt es so schön? – Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.

Miss Sixty

Auch Miss Sixty war etwa Anfang der 00er Jahre eines DER angesagten Denim-Labels. Trendbewusste Frauen und Mädels nahezu aller Altersklassen rissen sich förmlich um das charakteristische Modell „Flare Nixie“  mit dem Reißverschluss am Po (der auf dem Schulhof mehr als oft von den frechen Boys geöffnet wurde… Hach ja, die alten Zeiten). Doch auch zahlreiche andere Modelle wurden exzessiv getragen, als wären sie Teil einer Girli-Pflichtuniform. Kurzum: Miss Sixty war – zumindest in unseren Breitengraden – die absolute Übermacht. Wie es heute um Miss Sixty steht? – Nicht allzu schlecht, möchte man meinen. Zwar haben sich die Zeiten geändert und die Marke wird nicht mehr so sehr gefeiert wie Anno 2003, doch das heißt nicht, dass sich die aktuellen Kollektionen des italienischen Labels nicht sehen lassen könnten. Die Designs orientieren heute eher an aktuelle Looks, anstatt selbst Trends zu setzen – ihre Relevanz haben sie jedoch nicht verloren. Boyfriend, Skinny, Marlene – Miss Sixty bietet heute eigentlich alles an, was das Frauenherz begehrt und konnte sich durch diese Anpassung sogar vom Tussi-Image lösen, das der Marke zeitweise anhing. Insofern: Alles richtig gemacht. Bleiben wir gespannt, was die Zukunft bringt!

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