Die Jeans in der HipHop-Kultur – ein geschichtlicher Abriss

Die Jeans in der HipHop-Kultur – ein geschichtlicher Abriss
Subkulturen und Jugendbewegungen kennzeichnen sich oft durch eigene Mode. Während sich die Metal- oder Gothikszene gerne in Schwarz zeigt, die Raver der 90er ihre Plateau-Schuhe und Fellstiefel liebten, dachte man bei HipHoppern unweigerlich an große T-Shirts, Kapuzenpullover und natürlich die obligatorischen Baggy Jeans. In der Gesellschaft hat sich damit ein stereotypisches Bild des Durchschnitts-HipHoppers etabliert. Aber stimmt dieses Bild überhaupt noch mit der Realität überein? Wie hat sich die Jeans-Mode im Laufe der Jahre in dieser Jugendkultur verändert? Und was war eigentlich vor dem Baggytrend? Ein Einblick.

Viele Außenstehende (und auch Möchtegern-Insider) erliegen dem Irrglauben, dass die Baggy-Jeans gemeinsam mit der HipHop Kultur in den 70ern geboren wurde. Tatsächlich aber trugen die afroamerikanischen Jugendlichen der US-amerikanischen Ghettos bis weit in die 80er Jahre hinein gar keine Baggy Jeans. Dies änderte sich schließlich zum Ende des Jahrzehnts bzw. Anfang der 90er, als sich die Ghetto-Kids mit ihren Freunden und Brüdern, die im Knast saßen zu solidarisieren versuchten. Der Legende nach soll die klassisch-tiefsitzende Baggy nämlich dadurch entstanden sein, dass den Häftlingen im Gefängnis immer zuerst die Gürtel aus den Hosen genommen wurden, damit sie sich mit diesen nicht in ihrer Zelle erhängen konnten. Folglich trug man die Hose ein ganzes Stück weiter unten. Um daran zu erinnern begannen also auch die Jugendlichen außerhalb des Baus damit, ihre Hosen unterhalb des Hinterns zu tragen oder bewusst größere Modelle zu tragen. Einige findige Menschen der Modeindustrie entwickelten dann – teils mit Unterstützung einiger Designer, die selbst aus den Vierteln von New York oder Los Angeles stammten – eine Hose, die mit Absicht so geschnitten war, dass man sie mindestens auf der Hüfte trug und sehr weit ausfiel. Damit war die Baggy-Jeans geboren.

In den 90ern kamen dann einige Marken auf, die mit den Hosen und weiteren mit der HipHop-Welt assoziierten Kleidungsstücken (Trainingsanzüge, Hoodies, Baseballcaps, Sneakers usw.) eine Milliardenindustrie aus dem Boden stampften. Heute erinnert man sich an Namen wie South Pole, Karl Kani, Phat Farm, Sir Benny Miles oder Rocawear. Hinzu kamen unzählige weitere Marken diverser Rapkünstler wie Master P, Puff Daddy und 50 Cent. Die Stücke ihrer Kollektionen, mit denen vor allem ab 1999, 2000 der Markt mit grellbunter Kleidung geflutet wurde, sahen teilweise aus, als sein sie zu groß geschnittene CSD-Kostümierungen gewesen.

Fans, Rapper und Angehörige der HipHop-Kultur machten den Trend ab dann noch rund sieben bis zehn Jahre mit, bis der Markt schließlich gesättigt war. Künstler und Fans waren gleichermaßen ermüdet vom qietschbunten und übergroßen Bonbon-Style, sie vergingen noch ein bis zwei Kapitalverbrechen, indem sie bspw. zwischenzeitlich Ed Hardy-Kleidung trugen, und schlugen dann eine neue Richtung ein.

Wer an dieser Entwicklung beteiligt war und wie sich der Trend wandeln konnte, erfahrt ihr morgen.

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