California Love – American Apparel, oder: das bessere Hollister

Liebe Freunde, Anhänger und Bewunderer des Skinny-Jeans-Trends, euch ist es selbstverständlich bereits klar. Einige wenige Nachzügler, die eben etwas länger brauchen, oder die sich erst vollends von Modetrends überzeugen lassen wollen, wird es vielleicht sogar noch überraschen folgendes zu hören: „American Apparel“ ist DIE Marke, wenn es darum geht, die perfekte Mode für derzeitige Trends zu finden.

Tatsächlich ist American Apparel seit nunmehr drei, vier Jahren das absolute Trendsetter-Label. Zwar „setzt“ das Label aktuelle Trends nicht wirklich fest, gleichwohl ist es stets an vorderster Front dabei, wenn es darum geht aktuelle Trends von der Straße auf die große Bühne zu bringen. Dies erfordert einen guten modischen Riecher, eine schnelle handwerkliche Umsetzung der Ideen und eine einzigartige Vermarktung. All das beherrschen die kreativen Köpfe bei dem kalifornischen Denim-Label nahezu perfekt.

Gegründet wurde die Marke 1989 durch den kanadischen Egozentriker Dov Charney. „Egozentriker“ ist dabei keineswegs eine Übertreibung – Charney versteht es, aufzufallen. Ob dies im Negativen oder im Positiven passiert, ist für ihn dabei offenbar zweitrangig. Wie sagt man schließlich so schön? – „Schlechte Presse ist besser als keine Presse“. Von schlechter Presse hat Charney dabei mehr als genug. Ob er nun abgehobene Interviews in Boxershorts gibt, oder sogar vor einer Reporterin masturbiert – der Popularität dieses Mode-Berlusconis und dem Erfolg seiner Mode haben all diese Skandale nicht wirklich etwas anhaben können.

So zweifelhaft das Verhalten des Firmengründers auch sein mag, die Qualitäten seines Labels lassen sich einfach nicht von der Hand weisen. So ist American Apparel nicht nur einfach das, was man gemeinhin als „hip“ bezeichnen würde, sondern trifft zudem auch durch seine nachhaltige Produktionsweise auch genau den Nerv der Zeit. Vollkommen Sweatshop-frei produzierte Ware anzubieten ist es etwas, das Modemarken dieser Preiskategorie selten leisten können. Durch American Apparel scheint es erstmals möglich zu sein, trendige, bezahlbare Denims kaufen zu können, ohne damit mit gesenktem Haupt voller Scham durch die Straßen laufen zu müssen: Kinn hoch, Brust raus, zeigt es allen, schreit es raus: „Ich trage Hosen, die nicht von Pakistanis in Akkordarbeit für einen Hungerlohn gefertigt wurden!“ Einen Schulterklopfer für den Bio-Menschen, bitte!

Die nicht gerade wenigen weiteren guten Taten der Marke aufzuzählen wäre angebracht, aber müßig, daher vertraut uns: für Mode-Freunde mit Nachhaltigkeits-Bewusstsein und einem Herz für Planet Erde gibt es kaum eine bessere Wahl, als die Mode des US-Labels. Doch natürlich stellt sich bei all der „Wir lieben die Menschen und die Erde“-Propaganda die simple Frage nach dem Look. Wir haben es bereits angedeutet, doch an dieser Stelle noch einmal in aller Deutlichkeit: American Apparel ist auch nach drei Jahren des Überhypes das (bezahlbarste) Trendlabel der Stunde.

„AA“ ist dabei nicht nur das Mutterlabel aller Skinny-Jeans-Fans sondern auch bei aktuellen Trend-Strömungen ganz vorne mit dabei. Die bekannten und stark beliebten „Skin Slacks“ machen eine ebenso gute Figur, wie die freizeitmäßigen Sweatpants. Zudem gibt es standard-mäßige Five-Pockets und simple Worker-Pants sowie traditionelle Regular Fits. Frauen lieben die hochgeschnittenen Waist-Pants aus bequemen Stretch-Material und die super-engen Reiter- oder Discohosen mit dem typischen 90er Schimmer-Effekt. Kurzum: In American Apparel braucht man sich um die Trend-Frage keinen großen Gedanken mehr zu machen, da eigentlich das gesamte Sortiment stets ultra-aktuell gehalten wird.

Das gilt übrigens nicht nur für die hochwertigen Denims und Stoffhosen, sondern ebenso für Unterwäsche (aufreizend bis sportlich), für ultratrendige Ledershorts oder für banale Trend-Huschen wie Graphic-T-Shirts, Vintage-Schuhe oder verrückte Stoffketten.

In puncto Verfügbarkeit ist American Apparel ein zweischneidiges Schwert: Einerseits ist AA-Mode in Europa noch nicht so weit verbreitet, wie in anderen Teilen der Welt, andererseits sorgt genau das dafür, dass die Marke noch nicht so ausgelutscht und überhypet wirkt, wie andere Marken. Die hiesige Vermarktung kommt gerade erst ins Rollen. Zudem wird hier im Gegensatz zu Labels wie Hollister und A&F nicht mit überdimensionalen Schriftzügen, sondern etwas dezenter gearbeitet. Die perfekten Voraussetzungen für Langlebigkeit und dauerhaften Erfolg im Mode-Business. Wir glauben an euch, ihr American-Apparel-Menschen. Aber haltet bitte euren Chef in Zukunft etwas im Zaum, okay?

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